November 2007 Archiv
Salve ragazzi - hallo Leute!
Was für ein Tag! Die Sonne scheint und ich bin mit einem Frühstück am Bett und den herzlichsten Glückwünschen zu meinem Namenstag geweckt worden. Damit ist Gabi mal wieder die absolute Überraschung gelungen, denn ich hatte natürlich nicht im Entferntesten geahnt, dass heute mein „Andy-Ehrentag" ist. Das musste ich gerade mal als erstes loswerden, weil ich mich gefreut habe wie ein Kind.
Aber eigentlich wollte ich den Blogbeitrag damit eröffnen, mich für die vielen netten Kommentare auf meinen letzten Eintrag zu bedanken! Echt klasse, dass ihr uns über alles, was in Deutschland so passiert, auf dem Laufenden haltet. Und dann erst die vielen Namensvorschläge für „unser" Katerchen! Da hatte Gabi wirklich die Qual der Wahl, aber wenn ich das richtig verstanden habe, hat sie sich mittlerweile für einen Namen entschieden. Ich habe sie jedenfalls gestern und heute schon mehrmals auf der Terrasse nach ihrem „Rosso(lein)" rufen hören... Also nochmal molte grazie, beim nächsten neuen Haustier wenden wir uns wieder an euch ;-)
Soll ich euch mal neidisch machen? Dieses Foto habe ich heute Mittag unten bei der Apotheke auf dem Marktplatz geschossen:
17 Grad, ist das nicht toll? Ich muss allerdings dazu sagen, dass es in den letzten Tagen selten über 13 Grad waren. Und als am Montag mein Schwiegervater Bruno aus München anrief und erzählte, dass in Bayern eine feine weiße Schneeschicht liegt, waren Gabi und ich fast ein bisschen neidisch. So ne richtige Vorweihnachtsstimmung kommt bei uns nämlich nicht auf. Das fehlt schon ein bisschen (vor allem der Gabi), aber was nicht ist, kann ja noch werden! Nächste Woche ist ja schon Nikolaus - bin gespannt, ob hier in der Richtung irgendwas passiert...
Apropos: Wir haben beschlossen zu Nikolaus die ersten Karten an all unsere Lieben zu schreiben. Gabi hat sie gestern ausgesucht:
Nicht besonders weihnachtlich, was!? Zum Ausgleich packen wir aber gleich noch ein richtiges Advents-Päckchen für Antonia und Nico (unsere Enkelkinder). Gabi hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, einen großen Berg Plätzchen zu backen. Am Samstag hat sie sich zusammen mit unserer Nachbarin Maria (also mit der lieben Maria von nebenan - nicht mit der Kratzbürste Maria von gegenüber) in unserer Küche verschanzt und ganz Bonassola mit den herrlichsten Kuchengerüchen versorgt. Hier sind die beiden Grazien übrigens:

Maria ist so ne Nette! Ich bin superfroh, dass Gabi in ihr so eine Art mütterliche Freundin gefunden hat. Am Samstagmorgen war Gabi nämlich ziemlich traurig. An dem Tag war ihre Mutter Rosi seit genau einem halben Jahr tot und Gabi konnte nicht mal zu deren Grab gehen. Aber als sie dann nachmittags zusammen mit Maria im Backfieber war, haben ihre schönen Augen schon wieder geleuchtet! Gabi hat sich übrigens von Maria das leckere Panettone-Rezept geben lassen, von dem ich euch bereits erzählt habe. Also wer Lust hat es nachzubacken - ich poste gleich noch die Zutatenliste.
Damit will ich mich jetzt auch langsam verabschieden. Ich wünsche euch schon mal ein super Wochenende, genießt den ersten Advent in Deutschland und trinkt für mich einen ersten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt mit ;-)
Es grüßt euch Andy (mit Gabi und Rosso)
Hier kommt noch das Panettone-Rezept à la Maria:
1 Würfel Hefe
150 g Mehl
150 g Zucker
150 g Butter (möglichst weich)
150 ml Milch (lauwarm)
6 Eigelb
1 Esslöffel Honig
1 Prise Salz
1 Prise Zimt
150 g gehackte Mandeln
250 g Rosinen
250 g Feigen (getrocknet)
50 g Orangeat
50 g Zitronat
Zuerst die Hefe mit der Milch eine halbe Stunde ziehen lassen, dann Mehl, Zucker, Butter und Eier dazu geben, kneten und zugedeckt wieder eine knappe Stunde gehen lassen. Nun die restlichen Zutaten unterkneten, den Teig zu einer Kugel formen und in eine runde hohe Form (mit Backpapier) geben. Nochmals eine Zeit lang ruhen lassen. Auf der Oberfläche des Teiges ein Kreuz einschneiden. Den Kuchen im vorgeheizten Backofen auf der untersten Schiene bei 180 Grad ca. eine Stunde backen. Anschließend mindestens 24 Stunden ruhen lassen.
Tipp von Maria: Besonders gut schmeckt Panettone zu einem kräftigen Espresso.
Hallo Leute!
Freitag, der 23. November - und schon wieder ist eine Woche fast vorbei! Die Zeit vergeht echt wie im Fluge. Mein Highlight der letzten Tage war, dass ich es geschafft habe, deutsches Fernsehen reinzubekommen.* Da hatte ich ja schon nicht mehr dran geglaubt. Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich seit unserer Ankunft an der Satellitenschüssel rumgemacht habe - erfolglos versteht sich! Und die arme Gabi musste dann immer drin vorm Fernseher hocken und mir zubrüllen, was gerade in dem Kasten passiert (meistens gar nichts). Bei einer dieser Aktionen hat sie heimlich dieses Foto geschossen:
Aber was soll ich euch sagen? Am Mittwochnachmittag war es vollbracht. Ich war „drin"! Keinen Tag zu früh, denn so konnte ich mir gleich am Abend das EM Qualifikationsspiel Deutschland gegen Wales anschauen - okay, hat sich leider nicht gelohnt. Tore Fehlanzeige :-( Aber nachdem es hier in Italien zwei Wochen lang kaum ein anderes Thema gab als Fußball, war ich echt heiß auf das Spiel. Die Italiener sind ja seit letztem Wochenende auch klar dabei bei der EM. War ganz schön knapp und ihr könnt euch die Party hier vielleicht vorstellen! Ich glaube da waren alle ziemlich froh, sich auch mal wieder über Fußball freuen zu können, nach dem tragischen Ereignis, bei dem eine Woche vorher der Lazio Rom Fan erschossen wurde.
Während ich also meinem alten Hobby Fußball frönte, hat Gabi ein neues für sich entdeckt: Das Hobby heißt „herumstreunende Katze". Also eigentlich ist sie mittlerweile gar nicht mehr herumstreunend, denn sie hat nun eine neue Heimat: bei uns! Wen's interessiert, hier kommt ein Schnappschuss von unserem neuen italienischen Freund:
Es ist übrigens ein Kater und Gabi sucht noch einen Namen. Also wer eine Idee hat, immer her damit!
Zum Schluss möchte ich euch noch ein kleines Video präsentieren. Naja, Video kann man es nicht direkt nennen, aber wir haben auf unserer Foto-Digi-Kamera diese Funktion entdeckt und mal ein paar erste Aufnahmen gemacht. Da sind sie:
Wir üben weiter, versprochen! In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein wunderschönes Wochenende und bis die Tage,
Andy
* Hatte nicht auch jemand in den Kommentaren nach dem Satellitenfernsehen gefragt? „Schneidi"?
Liebe Daheimgebliebenen ;-)
Wollte mich einfach mal zwischendurch melden. Wir haben ein entspanntes, aber leider auch ein wenig verregnetes Wochenende hinter uns. Heute kam die Sonne aber schon wieder zum Vorschein und das haben wir genutzt und quasi einen Ganztags-Spaziergang in die Umgebung unternommen. Dabei habe ich endlich mal ein paar Fotos von unserem jetzt schon innigst geliebten Strand geschossen. Hier seht ihr einen der Torbögen, durch die man vom Dorf aus ans Meer gelangt:
Noch wichtiger ist aber natürlich der Blick in die entgegengesetzte Richtung! Das Wunderbare daran ist, dass der Strand jetzt im Herbst fast jeden Tag so (beinahe-) menschenleer ist, wie hier auf diesem Bild:

Ich kann mich gar nicht dran sattsehen! Und ab morgen, hab' ich mir fest vorgenommen, gehe ich regelmäßig noch vor dem Frühstück am Strand joggen. Leider habe ich hier noch niemanden, der mich beim Sporteln mitzieht, so wie zuhause in München z.B. mein Freund Hajo. (Lieber Hajo, wenn du das hier liest: Super, dass du jetzt auch endlich einen Internetzugang hast und danke für deine E-Mail!).
So Leute, wollte mich ja nur mal kurz melden - die Tage gibt's wieder mehr. Viele Grüße an alle auch von Gabi,
Euer Andy
Hallo ihr Lieben alle,
Mensch, ich bin ja völlig überwältigt davon, dass ich schon so viel Post hier in meinem Blog bekommen habe!! Da hätte ich echt nicht mit gerechnet, molte grazie! Und jetzt bin ich natürlich umso motivierter, euch von unserer letzten Woche zu berichten. Leider komme ich erst jetzt dazu, aber, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, waren die ersten 14 Tage hier ziemlich aufregend und alles neu und so weiter. Aber jetzt kann ich fast schon sagen, dass wir uns eingelebt haben. Ein bisschen kannten wir den Ort und natürlich das Haus ja auch schon von unseren früheren Besuchen hier. Und damit ihr unseren "Palast" auch endlich mal seht, gibt's jetzt erst mal ein Foto. Aaaalso, das ist er:
Das Foto ist vom Ort aus aufgenommen. Unsre Hütte liegt also quasi am Hang oberhalb des Dorfes und von der Terrasse haben wir einen traumhaften Blick auf das Meer. Aber das zeig ich euch natürlich auch noch. Das ist Gabi letzte Woche auf unserem "Balkon" (heute ist das Wetter leider nicht so dolle wie auf dem Foto - ab und zu regnet es sogar ein paar Tropfen - leider):

Was habe wir also alles erlebt bisher? Ich weiß echt nicht, wo ich da anfangen soll! Wir haben schon gemütlich die ein oder andere Flasche Rotwein getrunken und uns immer wieder gefragt, ob das tatsächlich gerade alles passiert - also wir beide zu zweit allein hier, weit weg von dem ganzen Kram zuhause, weit weg von Arbeit und Alltagstrott. Es ist immer wieder unfassbar! Und dann haben wir auch noch einige Male herzhaft über unsere katastrophale Hinfahrt vor zwei Wochen und unsere blöden Streitereien gelacht. Da hatte uns der ganze Abreisestress echt voll erwischt! Und ehrlich gesagt, musste ich auch schon mehrmals kleinlaut zugeben, dass doch nicht alles unnötig war, was Gabi so "mitgeschleppt" hat... Ganz im Gegenteil sogar! Ohne Gabis Packen mit System hätte ich zum Beispiel nicht einmal einen Korkenzieher gehabt um die leckeren Weinflaschen zu öffnen!! Ja, ja, ich weiß, da hab ich meine Klappe einfach etwas weit aufgerissen :-)
Aber wir haben natürlich nicht nur faul rumgesessen und unser neues Leben genossen. Wir haben auch ganz praktische Sachen gemacht, wie das Haus soweit einrichten, dass alles an seiner richtigen Stelle ist und erkunden, wo man morgens die besten und frischesten Semmeln (also panini) bekommt. Dann waren wir bei unseren direktesten Nachbarn und haben uns vorgestellt und erzählt, dass wir jetzt länger da sind und so weiter. Das hab ich aber lieber die Gabi alles managen lassen. Die kann das echt schon um einiges besser als ich (ja, spottet nur! Ich weiß, ich hätte mal besser öfter zusammen mit meiner klugen Frau Italienisch lernen sollen...).
Naja, jedenfalls glaube ich, dass wir uns mit unseren Nachbarn linkerseits bestimmt gut verstehen werden. Das ist ein jüngeres Ehepaar, Fabio und Manuela, das im Haus von Fabios Mutter lebt - wohlgemerkt mit Muttern zusammen, wie es sich in Italien gehört ;-) Besagte Mama heißt Maria, ist den ganzen Tag am Kochen und Backen und hat uns direkt mal ein Stück von ihrem Panettone* angeboten! Super nett - ganz im Gegenteil zu der Maria von gegenüber (der Name scheint hier echt beliebt zu sein). Die ist so Mitte 70 und erinnert mich extrem stark an unsere ehemalige Hausmeisterin in München, Else Kling. So ein zänkisches Weib, das den ganzen Tag beobachtet, was die Nachbarn so treiben!! Mit der werden wir noch viel Spaß haben (noch verstehe ich zwar kein Wort von dem, was sie sagt, aber das WIE ist schon aussagekräftig genug...).
Ich werde euch auf dem Laufenden halten! Vom Dorf und den Leutchen, die wir da schon kennengelernt haben, erzähl ich euch beim nächsten Mal mehr. Ich poste euch aber schon mal ein Foto aus dem Ort, um euch ein bisschen die Nase lang zu machen.

Mensch, jetzt hab ich schon wieder so viel geschrieben und das Gefühl, ich hab noch gar nix erzählt. Ich hätte echt nicht gedacht, dass mir das Schreiben SO viel Spaß machen würde!! Eine Sache noch zum Schluss: Wir hatten diese Woche ja unseren großen Tag, also unseren 16. Hochzeitstag (danke für die Info, liebe Kommentar-Schreiber: Dass das die „Saphirhochzeit" ist, wusste ich bisher noch nicht). Am Mittwoch hab ich die beste Ehefrau von allen also erst mal schick zum Essen ausgeführt in ein kleines Restaurant direkt am Strand. Es gab natürlich fangfrischen Fisch mit allem Pipapo und ein Ständchen mit der Gitarre vom Restaurantchef persönlich und und und. Als wir fertig waren, hab ich mich kurz verdrückt und bin schnell runter zum Strand, um dort für Gabi ein Herz aus Kerzen im Sand zu drapieren (das Wetter hat zum Glück mitgespielt). Eine Decke, ein Fläschchen Champagner und zwei Gläser hatte ich vorher auch schon besorgt. So haben wir "unseren" Tag dann wunderschön und superromantisch ausklingen lassen. Ich denke, Gabi war überwältigt und konnte es erst mal gar nicht glauben, als ich sie zu dem Herz geführt habe. Da hat sie ihren eigenen Mann nicht mehr wiedererkannt! Tja, ich bin halt immer wieder für eine Überraschung gut ;-) Ach ja, ich habe unser Herz natürlich auch im Foto festgehalten.

Damit jetzt aber mal genug! Vielleicht schaffe ich es ja, mich beim nächsten Mal schneller wieder zu melden - so langsam spielt sich unser Leben hier ja tatsächlich ein wenig ein. Bis ganz bald also
Euer Andy
* Panettone ist ein typisch italienischer Hefekuchen, der schon schön nach Weihnachten schmeckt (mit Rosinen und Früchten und so weiter) - wenn wir Maria bald besser kennen, poste ich euch das Rezept!
Wir sind gelandet!! Und ob ihr's glaubt, oder nicht: Dieses Foto haben wir gestern Mittag bei milden 20 Grad geschossen. So einträchtig wie hier waren Gabi und ich auf unser Hinreise am 02. November allerdings so gar nicht...
Der Start in unser "neues Leben" war der reinste Horror! Gabi und ich haben uns schon in München so gestritten, dass wir die komplette Aktion am liebsten abgeblasen hätten. Das Ganze ging los, als wir am 02. November früh morgens anfingen unser Ex-Taxi (Gabi hat es „Luigi" getauft - da war sie noch bester Laune) zu beladen. Ich stand echt mit offenem Mund da, als ich die Unmengen sah, die Gabi herbeischleppte. Ich für meinen Teil brauche für „dolce far niente"** gerade mal meine Jogginghose und eine Flasche Wein - und den werde ich direkt vor Ort erstehen. Aber Gabi: Die schleift unseren gesamten Hausstand mit inklusive unserer beider Kleiderschrankinhalte! Nun muss man wissen, dass ich kein Typ bin, der zu allem „Ja und Amen" sagt und Gabi generell keinen Zentimeter von ihrer Meinung abweicht. Also bekam die halbe Lindenstraße erst mal ein Ehekrach-Schauspiel geboten, das sich gewaschen hatte... Letztendlich war dann doch jedes Teil im Wagen, das Gabi zusammengepackt hatte, und nach einer allerletzten Abschiedsrunde bei unseren Lieben ging's los. Vertragen hatten wir uns bis dahin übrigens auch wieder - dachten wir zumindest!
Kaum waren wir auf der Autobahn, stand das nächste Hindernis aufm Plan: Stau am Kreuz München Süd!! Ein LKW hatte 250 Getränkekisten verloren - kurzzeitige Vollsperrung. Da wir ja gerade zu viel Zeit übrig hatten, packte Gabi doch tatsächlich ihr Italienisch-Heft aus und wollte mich Vokabeln abhören. Ich dachte mein Schwein pfeift! Mich macht so ein Stau komplett nervös, da kann ich nicht noch mit Sprachgedöns beschäftigen. Wenigsten hatten wir bei dem anschließenden Streit nicht wieder so ein großes Publikum wie am Morgen...
Irgendwann war auch das Drama Kreuz Süd überstanden. Wir fuhren relativ bequem durch bis wir in Österreich und auf der Brenner Autobahn landeten. Da waren wir zwar noch nicht allzu weit gekommen, aber ich hatte schon gehörigen Kohldampf. Ich liebe ja die österreichische Hausmannskost und schlug vor, noch vor der italienischen Grenze von der Autobahn abzufahren und in ein zünftiges Beisel einzukehren. Aber hier hatte ich die Rechnung mal wieder ohne Frau Zenker gemacht. Gabi war strikt dagegen: Zu zeitverzögernd (nachdem der Stau uns ja schon aufgehalten hatte)! Sie tat gerade so, als hätten wir in Bonassola einen unaufschiebbaren Termin mit dem Bürgermeister höchstpersönlich! Da will man sich auf den Weg ins süße Nichtstun machen und dann sowas! Freizeitstress nennt man das, glaube ich. Obwohl ja eindeutig ich das Steuer in der Hand hielt, ließ ich mich mal wieder breitschlagen und fuhr weiter. Immerhin wurde ich dafür belohnt: Wenig später machten wir auf einem Rasthof mit einer sensationellen Aussicht auf die Tiroler Alpen halt. Und Gabi zauberte ein fürstliches Picknick aus dem Kofferraum, das es an nichts fehlen ließ. So kam ich dann doch noch zu meiner österreichischen Spezialität - zum Nachtisch gab's Marillenknödel (die schmecken auch kalt!). Ich habe wirklich keinen blassen Schimmer, wann bitteschön Gabi die Knödel, Hackfleischbällchen, hartgekochten Eier, Fleischwurstsemmeln und und und vorbereitet hat. Deine Frau, das unbekannte Wesen!
Meine Laune war wieder etwas besser als es weiterging und wir schon bald das Land erreichten, in dem wir die nächsten sechs Monate verbringen werden. Aber Bella Italia präsentierte sich uns nicht gerade von seiner schönsten Seite. In kürzester Zeit zogen fette Wolken auf und kaum hatten wir die Grenze hinter uns, fielen auch schon die ersten Regentropfen. Ein super Empfang, na herzlichen Dank!! Die folgenden 150 Kilometer auf der Autostrada del Brennero waren ätzend und mühsam - starker Verkehr, extrem starker Regen. Super Aussicht, die nächsten 300 Kilometer mit dem altersschwachen bis unters Dach vollbepackten „Luigi" und gefühlten zwei Metern Sicht hinter den LKW herzuschleichen... Die liebe Gabi war mir auch keine große Hilfe - die knackte seelenruhig neben mir auf dem Beifahrersitz!

Ich erspare euch jetzt mal weitere Einzelheiten. Am späten Abend kamen wir - beide leicht gereizt - in Bonassola an. Einen klitzekleinen Streit um die Frage „Sind Männer oder Frauen die besseren Autofahrer?" hatten wir bis dahin auch noch hinter uns gebracht ;-) Bevor wir in den Ort reinfuhren, machten wir zwei, drei Kilometer vorher oben in den Hügel halt um die Aussicht auf „unser" Dorf zu genießen. Es war zwar schon dunkel, aber wir hatten trotzdem einen wunderschönen Blick auf den Ort mit seinen vielen kleinen Lichtern und das tief schwarz glänzende Meer. Und was soll ich sagen!? Mit der ersten Sekunde, die wir unser Bonassola vor Augen hatten, fiel aller Stress von uns ab: die anstrengende Vorbereitungszeit, die nervenaufreibende Fahrt und überhaupt die ganzen Probleme in München. Wir fielen uns einfach nur noch in die Arme und freuten uns wie die Kinder auf das, was da vor uns liegt.
Davon werde ich euch natürlich ganz bald berichten!
Alles Liebe, Euer Andy
* "Bonassola - eccoci" - das heißt soviel wie "Bonassola - hier sind wir!"
** „dolce far niente" - das heißt „das süße Nichtstun"
(lasst mich ein wenig mit meinen wahnsinns Italienisch-Kenntnissen protzen ;-)