Leute
Christian Rudolf
Interview
 

An meiner Rolle als "Jimi Stadler" mag ich...

... die Möglichkeit nett zu sein.


Zwischen mir und meiner Rolle gibt es folgende Gemeinsamkeiten:

Ich sorge gern für meine Familie. Auch für mich gilt "Ordnung ist das halbe Leben". Außerdem bin ich ebenso "hemdsärmelig" wie Jimi. Es ist mir wichtig, Geborgenheit zu geben und zu bekommen, Werte zu bewahren und meinen Kindern den besten Weg vorzuschlagen. Manchmal kann ich aber auch aus der Haut fahren...


Und das unterscheidet mich von meiner Rolle:

Wenn meine Kinder von etwas überzeugt sind, vertraue ich ihnen. Ich glaube, privat bin ich nicht so kompromissbereit wie Jimi. Sturer, von meiner Sache überzeugter. Aber auch offener, risikofreudiger, freiheitsliebender als Jimi. Wohl schwieriger als er.


An der "Lindenstraße" gefällt mir...

... dass sie in unserer schnelllebigen Zeit eine Konstante ist, die Vertrautheit, Obhut und Unterhaltung für viele Menschen bedeutet. Mir gefällt, dass sie kontrovers und unangepasst bleibt, keine "pseudo-hippen" Formate nachäfft und politisch menschelt.


Jemandem, der die Serie noch niemals gesehen hat, würde ich die "Lindenstraße" so beschreiben:

Als Patient bekommt man da ein altbewährtes Hausmittel ohne schädliche Nebenwirkungen. Als Konsument kann man da, wenn andere zu extra langen Öffnungszeiten durch die Kaufhäuser "junken", beruhigend unruhig die Füße hochlegen. Als Referent gibt’s da Stoff für’s, vom Leben – ohne ständiges Knall, Peng, Puff, ohne Plastikbrüste, aufgespritzte Lippen und falsche Zähne. Fernsehen von Menschen für Menschen (wie Du und ich).


Darüber kann ich lachen:

Helge Schneider, Gerhard Polt, Hape Kerkeling, Riechling, Hallervorden, Harald Schmidt, Loriot, Bulli... bestimmt noch einige mehr!


Das regt mich auf:

Die meisten sogenannten Comedians der unzähligen Lustigkeitsshows privaten deutschen Fernsehens... Aber auch Ungerechtigkeit, Falschheit, Feigheit... Ach, ich reg’ mich einfach zu viel auf.


Das mache ich in meiner Freizeit am liebsten:

Mit meiner Family schmusen, Fußball gucken, die Mopo lesen, über Reisen nachdenken, Pilze suchen, an der Elbe spazieren gehen, so Vieles... Aber leider wohl am ehesten, schon fast süchtig, mein/unser Leben organisieren...:o)


Wenn ich nicht Schauspieler geworden wäre, wäre ich...

... Rocksänger, Lehrer, Politiker, philosophierender Autor... doch, ernsthaft!



Interview: Oktober 2008