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Zwei "Stolpersteine" sowie die leidvolle Vergangenheit des Enrico Pavarotti

"Lindenstraße" als Teil der Ausstellung "Das war spitze! Jüdisches in der deutschen Fernsehunterhaltung"

"Das war spitze! Jüdisches in der deutschen Fernsehunterhaltung" heißt die Ausstellung, die bis zum 06. November 2011 im Jüdischen Museum München zu sehen ist. In zehn verschiedenen Stationen zeichnet die Schau "filmische Strategien bei der fiktiven Darstellung 'jüdischer' Themen und Figuren im deutschen Fernsehen" der vergangenen 60 Jahre nach. Eine Station ist dabei die "Lindenstraße".

Die Serie ist mit gleich zwei Themen vertreten. Zum einen mit der Geschichte um Enrico Pavarotti (gespielt von Guido Gagliardi), der als Italiener in das KZ Auschwitz deportiert wurde und überlebte. Viele Jahre nach dem Krieg kommt Valerie Zenker (Nadine Spruß) dem gut gehüteten Geheimnis Pavarottis auf die Spur – und lässt sich aus Solidarität mit den ermordeten Juden während der Nazi-Herrschaft den Schädel rasieren. Die Geschichte wurde Anfang der 1990-er Jahre in der "Lindenstraße" erzählt, zog sich über mehrere Monate hin und sorgte seinerzeit für ein großes (Medien-) Echo.

Gerade über den Sender ging die Verlegung zweier "Stolpersteine" im Dezember 2010. Durch Zufall erfährt Helga Beimer (Marie-Luise Marjan) vom Schicksal einer jüdischen Familie, die im Haus Nr. 26 der Kastanienstraße gelebt hatte und damals vor den Nazis geflohen war. Fast die gesamte Familie kam in den Konzentrationslagern ums Leben. Auf Initiative von Helga Beimer und gegen viele Widerstände setzt sie die Verlegung zweier "Stolpersteine" im Eingangsbereich des Hauses durch – ein Politikum, da in München (dem Spielort der "Lindenstraße") "Stolpersteine" nicht im öffentlichen Raum verlegt werden dürfen.

Zu den Dreharbeiten kam Gunter Demnig, der die "Stolperstein"-Aktion ins Leben rief und seitdem weltweit mehr als 26.000 dieser Einnerungssteine gesetzt hat. Da die "Original"-Steine tatsächlich in der "Lindenstraße"-Außenkulisse eingemauert wurden, ließ das Jüdische Museum München zwei identische Steine nachproduzieren. Sie werden nun, umrahmt von einer Silhouette des "Café Bayer" und einem Monitor, auf dem die Folge mit Enrico Pavarotti und Valerie Zenker läuft, in der Ausstellung gezeigt.

Titelgeber für die Schau ist Hans Rosenthal mit seiner Ratshow "Dalli Dalli". Mit seinem Luftsprung und dem Ausruf "Das war spitze!" wurde er in den 1970-er und 1980-er Jahren legendär. Rosenthal hatte als Jude die Nazi-Zeit in Berlin überlebt. Weitere Themen sind u.a. der "Tatort", der in zwei Folgen jüdisches Leben aufgriff, sowie das S-förmige Sofa aus Michel Friedmans gleichnamiger Talkshow. Friedman, so das Museum, habe stets als "öffentlicher Jude" agiert und somit zur Bewusstseinsbildung beigetragen.

Die Ausstellung ist geöffnet dienstags bis sonntags jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr im Jüdischen Museum, Sankt Jakobsplatz 16, 80331 München.



Pressekontakt:
Pressebüro „Lindenstraße"
Wolfram Lotze, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
wolfram.lotze(at)lindenstrasse.de

Stolpersteine für die Familie Rosenberg; Rechte: WDR

Stolpersteine erinnern in der Serienhandlung der "Lindenstraße" an "Familie Rosenberg".

Enrico Pavarotti erzählt Walze von seiner Vergangenheit; Rechte: WDR

Enrico Pavarotti erzählt Valerie Zenker von seiner Vergangenheit.

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Datum 17.05.2012
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