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Prof. Melchior: Angelegenheit des Herzens

Jürgen Haug spielt Erichs Arzt Prof. Melchior

Professor Rudolf Melchior tritt im März 2009 in das Leben von Helga Beimer und Erich Schiller. Der wird nach einem schweren Herzinfarkt von Melchior operiert (Folge 1217), doch im Lauf der nächsten Monate verschlechtert sich sein Gesundheitszustand rapide. Nach mehreren medizinischen Beratungsgesprächen mit Melchior passiert für Helga und Erich im Oktober das, womit niemand mehr gerechnet hatte: Für Erich wird ein Spenderherz gefunden und Melchior gelingt die schwierige Transplantation (Folge 1246). Als es Erich nach einigen Wochen deutlich besser geht, bittet er Helga, Professor Melchior zum Dank zu bekochen.

Der charmante Mittsechziger nimmt Helgas Einladung an und kommt noch am selben Tag zum Abendessen (Folge 1249). Im beimerschen Haushalt genießt Melchor nicht nur seine geliebte Hausmannskost. Vielmehr bewundert er das warme familiäre Zusammenleben, das er dort allzu deutlich spürt. Bei ihm selbst stand sein Beruf zu lange im Vordergrund. „Ich würde heute vieles anders machen: Karriere ist nicht alles“, gesteht er Helga. Nun ist seine Frau verstorben und seine beiden erwachsenen Kinder mit ihren Familien zeigen ebensoviel Interesse an ihm wie er in den letzten Jahrzehnten für sie. In Helgas Engagement für Erich und für ihre verwaiste Enkelin Lea sieht Melchior das, was er nun bereut, sein ganzes Leben vernachlässigt zu haben.

Vita Jürgen Haug

Jürgen Haug wurde am 29. Juli 1948 im baden-württembergischen Balingen geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Philosophie absolvierte er eine Schauspielausbildung in München und spielte dort zunächst am Bayerischen Staatsschauspiel. Neben einigen Gastauftritten in Serien wie „Familie Heinz Becker“ (WDR/SR), „Die Wache“ (RTL) und „Stromberg“ (ProSieben) war Jürgen Haug auch in mehreren Folgen des ARD-„Tatort“ zu sehen. Zwischen 2005 und 2008 spielte er in der Kinder- und Jugendserie „Ein Fall für B.A.R.Z.“ (SWR), die Rolle Walter Botzenhardt. Im Jahr 2009 stand er für die Rolle als Professor Rudolf Melchior in der „Lindenstraße“ und für die Serie „Eine für alle“ (ARD) vor der Kamera.  

Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit schreibt Jürgen Haug Drehbücher (u.a. für „Ein Fall für B.A.R.Z.“) und war als Sprecher von Hörspielen, Features und Essays beim Radio des SR, dem WDR und dem BR beschäftigt.

Interview mit Jürgen Haug

Wie war Ihr Start in der „Lindenstraße“? Ich wurde zum Casting eingeladen und musste der „Helga Beimer“ erzählen, dass ihr Mann ein neues Herz benötigt. Dabei wusste ich nicht, wie es mit dem Melchior weitergeht. Ich habe erst später erfahren, wie sich sein Charakter entwickelt und habe mich doch sehr über ihn gewundert. Zum Glück hat es trotzdem mit der Rolle geklappt.

Könnten Sie sich vorstellen, sich selbst im heimeligen Haushalt von Helga Beimer so wohl zu fühlen wie Prof. Melchior das tut?

Nein, bestimmt nicht, das musste ich mir erspielen! Ich komme zwar aus einem bürgerlichen schwäbischen Haus und freue mich auch immer über das tolle Essen, wenn ich nach Hause komme. Trotzdem bin ich froh, dieser Art der Heimeligkeit „entkommen“ zu sein.

War es ein komisches Gefühl, in die „Institution Beimer-Schiller-Ehe“ einzudringen?

Nein, man weiß ja schließlich, dass man das nur spielt. Ich hatte gegenüber Bill Mockridge kein schlechtes Gewissen...

Was verbinden Sie mit der „Lindenstraße“?

Ich kannte Joachim Luger aus der Theaterkantine in Lübeck und als der die Rolle des „Hans Beimer“ bekam, hat man die Serie natürlich geguckt. Die „Lindenstraße“ war ja früher in ihrem Format konkurrenzlos. Meine Kinder haben die Serie auch immer geschaut. Meine jüngere Tochter hat, als sie ganz klein war, vom Inhalt noch nichts verstanden, hat aber die Melodie schon mitgesungen.

Was war das lustigste, was Ihnen am Set passiert ist?

Größere Pannen gab es zum Glück nicht – ich durfte Bill Mockridge ja nicht wirklich an die Eingeweide.

Welche Projekte verfolgen Sie zurzeit außerhalb der „Lindenstraße“?

Ich hatte in der Serie „Alle für eine“ (ARD) einen Einjahresvertrag. Daher habe ich mir – wie es sonst bei mir üblich gewesen wäre – keine Theaterengagements gesucht. Normalerweise spiele ich ein Paar Stücke im Jahr an den Theatern in Hildesheim, Lübeck oder Bad Hersfeld. Früher war ich außerdem als Sprecher im Radio des Saarländischen Rundfunks tätig.

Was tut Jürgen Haug, wenn Kamera und Scheinwerfer aus sind?

Ich habe leider kein richtiges Hobby, aber einen Großteil meiner Zeit verbringe ich mit Bahn fahren. Da ich in Berlin wohne, meine Kinder aber in Saarbrücken, die Freundin in Bochum und die Mutter auf der Schwäbischen Alb, bin ich ziemlich viel unterwegs. Ich habe daher eine Fahrkarte, mit der ich das ganze Jahr über auch in den Schnellzügen fahren kann. Ansonsten fahre ich sehr gerne Fahrrad und habe jetzt den Weg ins Fitnessstudio gefunden.

Sie waren schon einige Male im ARD-„Tatort“ zu sehen? Haben Sie auch schon einmal den Mörder gespielt?

Nein, der Mörder war ich noch nicht, allerdings schon einmal ganz nah dran. Da war ich ein Gastwirt, der für die Ermittler der Hauptverdächtige war. Und ganz konträr dazu habe ich auch schon mal den Polizeipräsidenten von Saarbrücken gespielt. Vor „Professor Melchior“ in der „Lindenstraße“ war ich übrigens schon einmal Arzt: In der Serie „Die Fallers“.

Jürgen Haug trat in der "Lindenstraße" erstmals im März 2009 in Erscheinung; Rechte: WDR

Jürgen Haug alias Prof. Melchior

Copyright © WDR 2012
http://www.lindenstrasse.de/Information/Panorama/_2009/kopie_von_Professor_Melchior_Herzensangelegenheiten.jsp
Datum 17.05.2012
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