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Sebastian/"Ibrahim" - Der Gotteskrieger

Sebastians Geschichte

Sebastian betritt die Münchener Lindenstraße erstmals im Februar 2009 (Folge 1211). Der zum Islam konvertierte junge Mann versucht jeglichen Kontakt mit Passanten zu vermeiden, denn er hat nur ein Ziel: Den abtrünnigen Timo Zenker, einen geschickten Tüftler, als Bombenbauer für seine terroristische Gruppe zurückzugewinnen. Sebastian hatte den ebenfalls konvertierten Timo in einer Moschee kennengelernt und ihn für seine Gruppe gewonnen. Timo floh, als ihm Zweifel kamen und tauchte in der Lindenstraße bei seinem Vater Andy Zenker und seiner Stiefmutter Gabi unter. Vier Wochen musste Sebastian suchen, bis er Timo schließlich fand.

Einige Tage beobachtet Sebastian, der sich „Ibrahim“ nennt, seinen Glaubensbruder genau, sein Umfeld, seine Familie. Dann schließlich spricht er Timo auf offener Straße an, der flirtend aus einem Café kommt. Vorwurfsvoll und mit den Worten „Nur noch Augen für die Frauen, unser Said!“, begrüßt er seinen Freund mit dessen arabischem Namen. Er hält nicht damit hinterm Berg, dass er Timos westlichen Lebensstil nicht gutheißen kann: „Du arbeitest bei einem Großkapitalisten und flirtest mit Frauen“, konfrontiert Sebastian seinen ehemaligen Weggefährten mit seiner Sicht der Dinge und macht ihm deutlich, dass er Timo als Teil des Problems und nicht mehr als Teil der Lösung sieht. Sebastian will im Kampf gegen die westliche Welt Menschen an seiner Seite wissen, die seine Überzeugungen teilen. Die beiden führen intensive Gespräche, in denen Sebastian Timo zunächst zu nichts drängt. Timos Bedenken gegenüber der Gruppe schwinden jedoch von Tag zu Tag.

Als wenig später feststeht, dass die Gruppe in ein Ausbildungscamp nach Pakistan fliegen soll, benötigt Sebastian von Timo eine konkrete Antwort: „Heute muss eine Entscheidung fallen, Said!“, drängt er nun den Tüftler, denn noch am selben Abend soll es losgehen. Timo verbringt daraufhin lange Zeit mit Nachdenken in der Moschee und teilt schließlich Sebastian seine Entscheidung mit: Er wird nicht mitfliegen. Aber das Blatt wendet sich. Noch am selben Abend streitet Timo so heftig mit seiner Familie, dass er die Reise mit seinen alten Kumpanen doch antritt (Folge 1213).

Erst im Juli taucht Sebastian wieder in München auf – am selben Tag wie Timo (Folge 1233). Timo scheint wieder fest in der Gruppe verwurzelt. Den Zenkers vermittelt er, die letzten Wochen als Bauarbeiter auf Mallorca gejobbt zu haben. Er kommt wieder bei Gabi und Andy in der Lindenstraße unter. Was "Ibrahim" und "Said" nicht ahnen: Ihre Gruppe wird längst vom Verfassungsschutz beobachtet. Eine Mitarbeiterin, Frau Roth, hat den Zenkers Timos wahren Aufenthaltsort offenbart und sie gebeten, Timos Spiel mitzuspielen. So will der Verfassungsschutz die Gruppe weiterhin observieren und herausbekommen, was sie plant.

Die terroristische Gruppe fasst wenig später tatsächlich einen konkreten Plan: Ein ranghoher Bundeswehrgeneral, der in der Vergangenheit in Afghanistan stationiert war, soll Opfer eines Bombenanschlags werden. Als "optimaler Zeitpunkt" werden die Wochen kurz vor der Bundestagswahl Ende September 2009 festgelegt. Um Genaueres über General Schneider zu erfahren, freundet sich Timo mit dem Nachbarssohn Enzo Buchstab an - der ist Berufssoldat und der Fahrer des Generals Schneider. Außerdem bastelt Timo bereits an der Bombe. Die Vorbereitungen laufen für Sebastian zufriedenstellend. Einzig, dass Timo immer wieder Zweifel hegt an der Richtigkeit ihres Handelns, bereitet Sebastian von Zeit zu Zeit Sorgen...

Juri Padél im Interview

Juri Padél wurde 1981 im westfälischen Münster geboren. Während seiner Schulzeit am Gymnasium verbrachte er ein Jahr in Venezuela. Zurzeit studiert er an der Schule des Theaters in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie Literatur und Philosophie. In seiner Freizeit spielt Juri Padél Fußball, klettert und fährt Snowboard. Auch privat ist er künstlerisch aktiv: Er malt.

Wie war dein Einstieg in die "Lindenstraße", wie hast du deinen ersten Drehtag erlebt?

Der erste Drehtag war toll. Ich habe mit dem Regisseur Herwig Fischer gedreht und wir haben die Rolle intensiv entwickelt. Gut war auch, dass der neue „Timo Zenker“-Darsteller Michael Baral ebenfalls erst kurz vor mir zum Ensemble gestoßen war, so haben wir uns gemeinsam als neues Duo beim Dreh empfunden. Leider habe ich selber vom Ensemble gar nicht viel mitbekommen, da ich einen hohen Anteil an Außendrehs hatte. Aber man merkt sofort, dass bei der „Lindenstraße“ tolle Leute hochprofessionell aber bei entspannter Atmosphäre arbeiten.

Mit der Geschichte um den "Islamistischen Terrorismus" hat die "Lindenstraße" ein aktuelles, aber gleichzeitig auch sehr brisantes Thema aufgegriffen...

Ich habe die Brisanz damals gar nicht so gesehen. Ich fand die Aufgabe eher spannend und herausfordernd. Bei einem solchen Thema bereitet man sich natürlich besonders auf die Rolle vor. Ich habe mich über die aktuellen Krisen informiert, im Koran gelesen und mit Muslimen gesprochen. Auf die Rolle selbst konnte ich mich aber gut einlassen, weil ich es sehr interessant finde, dass es Sebastian darum ging, Timo zu nichts zu zwingen, sondern ihn zu überzeugen.

War es schwierig, einen so tief überzeugten Terroristen zu spielen?

Aus Schauspielersicht war das für mich wirklich eine Herausforderung, weil ich selber ein ganz anderer Typ bin: Ich habe keine so extrem ruhige und durchdringende Art wie die Rolle „Sebastian/Ibrahim“, ich bin eher ein energetischer, ja vielleicht sogar zappeliger Mensch. Ansonsten kann ich nur sagen: Der Sprung zu solchen Inhalten und zu Gott ist für mich eigentlich irrational und kann – muss aber nicht – auch als eine Form von Schwäche gedeutet werden. Ohne Glaube und Hoffnung lebt es sich schließlich weniger einfach als mit.

Arbeitest du gerade an weiteren Projekten?

Ich drehe zurzeit eine Folge „Alarm für Cobra 11“ für RTL. Ich habe zwar auch schon ein weiteres Projekt in Aussicht, muss mich allerdings erstmal auf mein Studium konzentrieren. Es liegen nämlich Prüfungen an und ich will im Jahr 2010 meinen Abschluss machen.

Juri Padél spielt Sebastian, den Führer der Terrorgruppe, der sich den Namen "Ibrahim" gegeben hat; Rechte: WDR

Juri Padél spielt Sebastian, den Führer der Terrorgruppe, der sich den Namen "Ibrahim" gegeben hat.

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http://www.lindenstrasse.de/Information/Panorama/_2009/Sebastian_Ibrahim_Der_Gotteskrieger.jsp
Datum 17.05.2012
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