An seinem Schreibtisch erleidet Erich Schiller (gespielt von Bill Mockridge) in der „Lindenstraße“ einen Herzinfarkt, wenige Tage später folgt im Krankenhaus der nächste. Spätestens jetzt ist klar, dass Schiller ein Spenderherz benötigt. Mit dem künstlichen Herzen muss er nun leben, bis das passende Organ gefunden ist. Das kann dauern – weil es noch zu wenige Organspender gibt. Schauspieler Bill Mockridge selbst wirbt für die Organspende: „Es müsste auch in Deutschland selbstverständlich sein, dass man seine Organe spendet, um andere am Leben zu erhalten. Ich trage jedenfalls seit Jahren ein Organspenderausweis bei mir!“
Weil die „Lindenstraße“ in Echtzeit spielt, sind die Zuschauer dauerhaft mit Erichs Kampf konfrontiert. Sie müssen in den kommenden Wochen und Monaten miterleben, wie Schiller trotz aller beschwerlichen Umstände versucht, ein halbwegs „normales“ Leben zu führen. Das vor der Kamera glaubhaft darzustellen, ist eine besondere Herausforderung für Bill Mockridge – zumal vor einem sehr ernsten, persönlichen Hintergrund. „Ich hatte selbst zehn Jahre lang Herzrhythmusstörungen und musste drei Mal operiert werden“, sagt Bill Mockridge (62). „Als ich von der Herzgeschichte von Erich hörte, bin ich zu meinem Kardiologen gegangen und habe den ganzen Vorgang eines Infarkts und einer Herztransplantation mit ihm intensiv besprochen. Gleichzeitig besuchte ich mit den beteiligten Regisseuren das Herzzentrum in einem Kölner Krankenhaus.“
Die Zuschauer-Reaktionen auf das Herz-Leiden des Erich Schiller sind durchweg positiv – die Zuseher leiden förmlich mit, wenn sich Bill alias Erich durch den Alltag kämpft. Bill Mockridge: „Ich versuche, die körperliche Krankheit und den seelischen Zustand von Erich so realistisch zu spielen wie möglich. Ich möchte außerdem bewirken, dass Außenstehende mehr Verständnis für Herzkranke aufbringen.“
Zur Organspende hat der bei Bonn lebende Mime eine klare Einstellung: „In Kanada, wo ich herkomme, ist es genau umgekehrt wie in Deutschland. Dort muss einen Ausweis tragen, wer verhindern will, dass nach seinem Tod seine Organe benutzt werden.“ Für Mockridge ist die Sache klar: Wenn nur wenige Zuschauer ihre Einstellung zur Organspende überdenken würden, hätte Erichs Leiden einen Sinn.
Bill Mockridge spielt Erich Schillers banges Warten auf ein Spenderherz
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